MINDFULNESS

Was genau heißt Mindfulness?

Mindfulness ist etwas Schlichtes: Es ist aufmerksam zu sein für diesen Moment, also zum Beispiel den Regen auf der Haut zu spüren, den Cappuccino wirklich zu schmecken, dem Eheparter, Kollegen, oder den Kindern wirklich zuzuhören. Da uns genau das nicht immer leicht fällt, da unsere Gedanken uns immer wieder aus dem gegenwärtigen Moment wegziehen, kann das Üben von Mindfulness dazu beitragen, unser Leben wieder mehr ganz wach für den jetzigen Moment zu leben. Mindfulness bedeutet auch, dass wir versuchen, den Augenblick mit einer bestimmten Qualität wahrzunehmen: mit Freundlichkeit und Neugier. Auch das ist natürlich nicht immer leicht, da uns ganz automatische Reaktionen schnell über die Situation, über andere, und über uns selbst urteilen lassen.

Ist Mindfulness nicht eine buddhistische Übung, und muss ich dafür Buddhist werden?

Nein. Mindfulness-Übungen werden weltweit von Menschen aller Glaubensrichtungen praktiziert, genauso von Nicht-Gläubigen. Sie haben ihre Wurzeln in vielen Welttraditionen, unter anderem im Buddhismus. Meine Kollegin Amy sagt immer: Um einer Sache (zum Beispiel unserem Atem) unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken, müssen wir genauso wenig Buddhist sein, wie wir Italiener sein müssen, um eine Pizza zu genießen! Die Neurowissenschaft hat in den letzten Jahren sehr schön gezeigt, wie das Praktizieren von Mindfulness auf unser Gehirn und die Verarbeitung von Ereignissen wirkt. Diese faszinierenden Erkenntnisse sind unter anderem sehr schön auf der Webseite von Dr. Daniel Siegel zu sehen. 

Muss ich nicht jeden Tag lange üben, damit es etwas ‚bringt‘?

Nein. Schon sehr kurze Übungsintervalle zeigen eine Wirkung. Das zeigt die Forschung sehr deutlich. Am allerbesten aber probieren sie es selbst aus, und können dann sehen, wie es für Sie ist. Zum Beispiel mit der 7-Minuten-Mindfulness-Übung, die Ihnen kostenfrei in Ihre Inbox gesendet wird.

MINDFULNESS FÜR KINDER

Können Kinder wirklich schon Mindfulness praktizieren?

Ja. Kinder sind meist ja noch viel mehr im Augenblick verankert, und weniger durch Gedanken abgelenkt als wir Erwachsenen. Sie sind oft noch natürlicherweise in einem Zustand, in dem sie ganz genau wahrnehmen, was in diesem Moment passiert, praktizieren also in dem Moment Mindfulness. Wenn sie älter werden, werden auch sie mehr und mehr abgelenkt, durch Gedanken an das, was sie noch für die Schule machen müssen, durch elektronische Geräte und Chats, oder durch einfach zu viele Gedanken. Auch sie können durch einfache Mindfulness-Übungen wie zum Beispiel den Body Scan, oder einfache Atem- oder Yogaübungen lernen, wieder mehr den Augenblick wahrzunehmen und zu genießen. Dann kann das Eis in der Sonne richtig geschmeckt werden. Und später für Englisch gelernt werden - ausgeruht und mit frischer Energie!

Kann das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein meiner Kinder trainiert werden?

Ja. Diese Ressourcen können trainiert werden, da sie sehr eng mit dem, was Kinder über sich selbst denken, verknüpft sind. Die Gedanken sind teils von anderen Menschen übernommen, oder entwickeln sich aus Gefühlen heraus, und manchmal kommen sie natürlich ganz ungefragt. Eine Schlüsselfähigkeit für das eigene Wohlbefinden, das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist nun, wie die Kinder mit diesen Gedanken umgehen, und ob sie allen Gedanken, die auftauchen, glauben. Eine zweite Schlüsselfähigkeit ist, wie freundlich die Kinder mit sich selbst umgehen, wenn sie einen Fehler, klein oder groß, in der Schule oder privat, gemacht haben. Die Forschung zeigt sehr klar, dass Kinder, die einen freundlichen Umgang mit sich selbst gelernt haben, ein äußerst stabiles Selbstbewusstsein entwickeln im Gegensatz zu Kindern, deren Selbstbewusstsein künstlich gepuscht wurde. Das liegt ganz einfach daran, dass Misserfolg selbstverständlich zum Leben dazu gehört. Wenn das Selbstbewusstsein aber bei jedem Misserfolg leidet, haben es die Kinder (und wir Erwachsenen) schwer. Dr. Kristin Neff zeigt diesen Zusammenhang und die Forschung dazu sehr anschaulich in ihrem TED-Talk The Space between Self-Esteem and Self-Compassion (2013).
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